Benzinpreisentwicklung

BenzinpreisentwicklungWer zum Tanken an die Tankstelle fährt, wird sich oftmals wünschen, dass die dort gelisteten Preise für Benzin und Diesel nur ein böser Traum sind. Denn noch nie mussten Auto- oder Zweiradfahrer so tief für das Lebenselixier ihrer geliebten Fahrzeuge in die Tasche greifen. Mehr als 1,60 Euro für den Liter Super. Und auch Diesel ist alles andere als günstig und empfehlenswert. Das schlimmste daran ist, das eine Trendwende bezüglich der Preise nicht abzusehen ist. Ganz im Gegenteil. Sie steigen kontinuierlich weiter an. Doch wie hat sich der Benzinpreis in den letzten Jahrzehnten entwickelt und welche Dinge beeinflussten ihn?

Benzinpreisentwicklung: Tanken so teuer wie ein Brötchen

Wer 1950 eine Tankstelle angesteuert hat, um sein geliebtes Fahrzeug zu betanken, konnte dies mit gutem Gewissen tun. Denn damals kostete der Liter Benzin umgerechnet nur 30 Cent. Ein Preis, für den wir heute gerade einmal 200 ml Benzin bekommen würden. Denn inzwischen müssen schlappe 1,60 Euro für den Liter berappt werden.

Der Literpreis von 1950 konnte bis etwa 1972 auf einem relativ gleichen Niveau gehalten werden. Die erste deutliche Erhöhung der Spritpreise gab es 1973. Grund hierfür war die erste Ölkrise, die hervorgerufen wurde, weil die OPEC die Fördermenge an Rohöl deutlich einschränkte. Und so stiegen die Preise für den Liter Benzin auf über 40 Cent an. Dieser Anstieg hielt etwa bis 1975 an, bevor die Preise sich wieder ein wenig entspannten und auf die 30 Cent Marke sanken.

die Ölkrise

1979 folgte dann der nächste drastische Anstieg. Die zweite Ölkrise bestimmte die Preise in den 80er Jahren. Als Grund galten hier die Förderausfälle in den islamischen Ländern, die auf die islamische Revolution zurückzuführen waren. Die Revolution war dann der Auslöser für den ersten Golfkrieg. Die Preise stiegen hier bis 1986 auf rund 70 Cent pro Liter Benzin an. Im Anschluss erholten sie sich wieder leicht und fielen auf 50 Cent pro Liter.

Die 90er Jahre – der Startschuss für den größten Preisanstieg aller Zeiten

Die Folgen des zweiten Golfkrieges ließen sich auch sehr stark an den Spritkosten messen. Bis zum Jahr 2000 stieg der Benzinpreis kontinuierlich auf 1 Euro pro Liter an. Dabei gab es zu keiner Zeit eine Phase der Entspannung. Die Preise stiegen unaufhörlich und zwangen viele Autofahrer zum Umdenken. Jedoch war auch hier noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.

Mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 änderte sich die komplette weltpolitische Lage und somit auch die Benzinpreise. Während kurz nach den verheerenden Anschlägen der Preis für das Kerosin durch die geringere Nachfrage deutlich sank, gab es beim Benzinpreis keine spürbare Entspannung. Der Preis blieb relativ konstant.

Benzinpreisentwicklung 2012

Bereits ein Jahr später gab es wieder einen Anstieg, der bis heute anhält. Inzwischen haben wir einen Literpreis von rund 1,60 Euro. Dies ist fünfmal so viel wie in den 50er und 60er Jahren. Zwar sind auch die Autos deutlich sparsamer geworden, doch trotz alledem ist das Tanken eine sehr teure Angelegenheit geworden, die sich leider nicht mehr jeder leisten kann. Wie sich der Benzinpreis in den nächsten Jahren entwickeln wird, ist noch nicht abzusehen. Aber man kann davon ausgehen, dass er wohl nicht mehr spürbar sinken wird. Eher wird er sich weiter nach oben orientieren. Denn die extrem hohe Steuer, die massiven Fehlspekulationen und die hohe Nachfrage aus Ländern wie China oder Indien werden sicherlich nicht zu einer Entspannung führen. Man kann also nur hoffen, dass es in absehbarer Zeit eine lohnende Alternative zum Benzin gibt. Die ersten Schritte in die richtige Richtung mit Elektroautos sind bereits getan. Wenn sich solche Entwicklungen durchsetzen, sind wir in der Zukunft vielleicht nicht mehr so stark auf Benzin angewiesen.